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Sommerurlaub auf Amrum

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Die Vorbereitungen

Nach dem wir unser Reisemobil vor nun fast einem halben Jahr gekauft haben, soll das unser erster richtig langer Urlaub auf Tour werden. Leider gewähren uns unsere Arbeitgeber nur zwei Wochen zusammenhängenden Urlaub, was leider dem Bundesurlaubsgesetz §7 (2) vollständig als Mindestgewährung entspricht. Vierzehn Tage grenzen die Möglichkeiten aber schon massiv ein. Wo können wir also hinfahren, ohne uns abzuhetzen und trotzdem etwas Neues entdecken zu können?

Würde man eine Top 10 der Reiseziele und der Reiseberichte im Internet erstellen, wäre Skandinavien bestimmt im ersten Drittel. Es ist ja auch kein Wunder, denn hier wird unendliche Weite und Natur versprochen. Hier befindet sich der nördlichste Punkt Europas und natürlich auch Legoland in Dänemark oder Astrid Lindgren World in Schweden. Einige unserer bisherigen Familienurlaube führten uns schon mehrmals nach Dänemark und Schweden. Uns gefällt es dort immer wieder sehr gut. Nur bis Norwegen haben wir es bisher nie geschafft. Warum sollte uns dann nicht unsere erste "richtige" Tour nach Skandinavien führen? Damit hatten wir schon mal unser Grobziel definiert. Mit den uns zur Verfügung stehenden zwei Wochen schlossen wir eine Fahrt bis zum Nordkap auch schon mal aus. Es gibt zwar einige, die das ohne Mühe schaffen, aber wir wollten uns mal endlich nicht mehr abhetzen. Außerdem haben wir immer noch die Vorstellung, dass wir auch irgendwo stehen bleiben können, wenn wir einen schönen Ort entdecken. Ob das dann wirklich so eintreffen wird, könnnen wir noch nicht sagen, denn es fehlt uns ja noch die Wohnmobil Erfahrung. Bisher kennen wir nur die Mitte und den östlichen Teil Schwedens. Außerdem wollen wir auch wenigstens mal etwas von Norwegen sehen. Also waren unsere Grobziele schon etwas verfeinert. Schnell war auch schon eine Reiseroute ausgedacht. Wir wollen im Sommer über Südschweden die Westküste hochfahren, nach Süd-Norwegen die Küste entlang und dann mit der Fähre nach Dänemark und wieder nach Hause. Das sieht schaffbar aus. Mit diesen Rahmen können dann auch schon einige Feinheiten ausgeplant werden. Wie kommen wir nach Schweden? Nutzen wir die von uns schon oft genutzte "Vogelfluglinie" über Fehmarn oder fahren wir mal über Rostock und von dort mit der Fähre nach Schweden? Das ist mal etwas anderes. So wollen wir es dann auch machen! Mehr wollen wir auch gar nicht mehr ausplanen. Wir wollen erst einmal keine Fähren buchen und uns einfach nur treiben lassen.

Mit diesen Gedanken im Dezember 2014 war unser Urlaub eigentlich beschlossen. Gut, das wir noch keine Fähre gebucht haben! Im Januar wurde ich von einem Freund gefragt, ob ich von den Niederlanden nach Dänemark für eine einfache Tour mitsegeln möchte. Und zwar genau in der Woche vor unserem geplanten Reisemobilurlaub. Dank meines weniger strengen Arbeitgebers ist mir das sogar zeitlich möglich. Nur wie kombiniere ich das mit meinem geplanten Familienurlaub? Ganz einfach. Ich lasse mich in Dänemark von meiner "Beifahrerin" abholen und von dort starten wir dann gemeinsam unsere Skandinavientour, aber jetzt von Dänemark über Norwegen nach Schweden und dann zurück. Das klingt nach einen Plan!

Gut, das wir noch keine Fähre gebucht haben! Gestern (15. März 2015) waren wir auf einer kleinen Messe eines Reisemobilhändlers im Nachbarstädtchen. Diesen Termin habe ich zufällig vorige Woche auf Facebook entdeckt. Ich erhoffte mir vielleicht noch einige Tipps und vielleicht einige kleine Messeschnäppchen. Auch wollte ich mir den Händler mal anschauen. Und das Beste zum Schluss: Harry Wijnvoord sollte als Moderator auch dort sein! Unser Reisemobil haben wir ja über eine Internetanzeige bei einem weit entfernten Händler gekauft. Nach dem Frühstück fuhren wir los. Schon als wir uns näherten fielen uns Autokennzeichen auf, die wirklich aus einem Umkreis von bestimmt 300 Kilometer hierhin kamen. Auf dem Firmenglände war ein großes Festzelt aufgebaut, in dem die kleine Messe war. Natürlich konnte man auch alle Fahrzeuge auf dem Gelände besichtigen. Kaum hatten wir das Messezelt betreten, bekamen wir Informationen über einen sehr interessanten Campingplatz in Kroatien. In Kroatien waren wir auch schon mal und es hatte uns dort sehr gefallen. Es klang toll! Es gab noch mehrere Vertreter aus ganz Deutschland und auch aus benachbarten Ländern. Passenderweise informierten wir auch noch über einen sehr schönen Campingplatz im Allgäu. Das liegt zwar nicht direkt auf der Route nach Kroatien, aber bot auch noch andere interessante Aspekte, zum Beispiel für ein schönen Wanderurlaub. Jetzt können wir uns allerdings auch vorstellen, im Sommer nach Kroatien zu fahren. Gut, das wir noch keine Fähre gebucht haben...!

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Die Hinfahrt, Teil I

Sonnig Janina hat während meines Segelausflugs nach Dänemark letzte Woche auf meinem Vorschlag hin einen Platz auf dem Amrumer Campingplatz und die passenden Fährüberfahrten dazu gebucht. Ich kam morgens ziemlich müde mit dem Zug aus Dänemark zurück und dann frühstückten wir erst einmal. Anschließend machte ich mich ersteinmal ans Packen meiner Sachen und lud es in unser Wohnmobil. Es war so heiß und stickig draußen, dass ich anschließend dringend Duschen musste.

Janina hatte unsere rollende Herberge schon komplett vorbereitet und es fehlte eigentlich nur noch das Befestigen unserer Fahrräder und meine persönlichen Sachen im Wagen selber. Vor unserer Abreise stand jetzt nur noch die ausstehende Körperhygiene und dann konnte es auch schon losgehen. Ein kurzer Halt bei Bocholt, denn der Tank war doch tatsächlich fast leer. Für 1,189 Euro/Liter habe ich den Tank vollgemacht und weiter ging es. Janina fuhr dann weiter. Es ging in Richtung A31. Ich hatte schon etwas länger Hunger und Janina bekam auch so langsam Hunger. Darum hielten wir an einem Autohof kurz hinter Bad Bentheim beim goldenen M für eine erste Pause an. Ich wartete mit unserem Hund draußen an einem Tisch und Janina ging rein zum Bestellen. Bei der Bestellung ging wohl etwas schief. Obwohl sie für sich auch ein Menü bestellt hatte, bekam sie es nicht als dieses. Wir teilten uns darum meine Pommes und die Cola. Nach einem kurzen "persönlichen Boxenstopp" boten wir Smilla noch Wasser an und dann ging es auch direkt weiter in Richtung Norden.

Bei Lingen lotste uns unser Navi auf die B213 in Richtung A1. Von dort ging es bei Cloppenburg weiter über die Autobahn bis Bremen, wo wir uns einen weiteren Autohof suchten um eine Kaffeepause zu machen. Da es aber viel zu heiß für Kaffee war, planten wir einen Milchshake in einem weiteren amerikanischen Schnellrestaurant zu trinken.

Als wir aus unserem WoMo stiegen traf uns der Schlag. Die Klimaanlage hat es echt angenehm im Fahrzeuginneren gehalten, aber das merkten wir erst jetzt richtig als wir ausstiegen und gegen die Hitzewand prallten.

Der zweite Schlag traf uns im inneren vom Restaurant. Hier war die Klimaanlage ausgefallen. Es war wirklich unerträglich und uns taten die Angestellten so leid, die hier arbeiten mussten! Wir nahmen unsere Shakes darum lieber mit und tranken diese im kühleren WoMo.

Schnell ging es weiter. Diesmal fuhren wir auf eine graue Gewitterwand zu, die sich aber verzog bevor wir sie erreichen konnten. Ich schlief jetzt während der Fahrt immer mal wieder auf dem Beifahrersitz ein und Janina spulte weiter Kilometer für Kilometer runter. Vor Hamburg war die Querverbindung am Buchholzer Dreieck gesperrt und wir mussten weiter geradeaus bis zur A7 fahren. Hinter dem Elbtunnel war dann die A7 dann auch noch wegen einer Baustelle gesperrt. Zum Glück mussten wir da nicht zwingend weiterfahren. Ich muss schon sagen: Perfektes Baustellentiming während der Ferienzeit. Wieder schlief ich kurz ein und für den Rest unseres Weges gab es keine weiteren Störungen mehr. Wir hielten nur noch einmal kurz vor Dagebüll zum Tanken an. Der Diesel kostete hier nur 1,149 Euro/Liter. Während Janina tankte machte ich die Windschutzscheibe sauber. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich soetwas das letzte Mal an einer Tankstelle gemacht habe.

Die letzten Kilometer nach Dagebüll gingen schnell. Im Ort versuchten wir zuerst unser Glück an der Fähre, aber da war schon alles zu. Ich ging um das Häuschen herum und es war kein Mitarbeiter mehr da, aber einfach so aufs Reederei-Grundstück fahren wollten wir auch nicht. Dann müssen wir uns wohl einen anderen Stellplatz suchen. Es gibt sogar einen WoMo-Stellplatz in Dagebüll. An der Zufahrt stand ein Schild mit dem Hinweis, dass hier nur zehn Fahrzeuge erlaubt seien und die waren geschätzt auch schon da. Da wir keine Abfuhr riskieren wollten, fuhren wir einfach weiter. Irgendwo werden wir schon stehen können. Wir drehten und fuhren zurück zur Hauptstraße. Dort entdeckten wir schräg gegenüber einen kleinen einfachen Campingplatz.

Für 20 Euro für Hund und Strom bekamen wir sogar noch einen Platz. Der Stromkasten war sehr abenteuerlich und die noch einzige freie Buchse war defekt. Dafür hatte aber jemand eine Kabeltrommel in den Schrank gestellt, an der wir uns mit anstöpseln durften. Jetzt drehten wir mit Smilla noch eine Runde und dann machten wir uns Bettfertig. Der Urlaub kann beginnen.

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Die Hinfahrt, Teil II

Früh standen wir auf. Janina natürlich wieder vor mir und während sie direkt ihre Runde mit Smilla drehte und Brötchen vom Bäcker gegenüber mitbrachte, bereitete ich den Rest fürs Frühstück vor.

Nach dem Frühstück verließen wir wie geplant um 08:15 Uhr den Campingplatz um rüber zum Fähranleger zu fahren. Janina meldete uns dort mit dem Ticket und unserem Fahrzeugschein an und wir durften weiter zur Wartespur vorfahren. Die "Uthlande" kam gerade an und wir schauten zu, wie die Autos die Fähre verließen. Gleich sind wir dran!

Amrum, wir kommen
Amrum, wir kommen
Tor zu den Inseln
Tor zu den Inseln

Pünktlich legte die Fähre ab und wir gingen mit Smilla nach oben aufs Sonnendeck. Es waren sogar noch Sitzplätze frei. Von der gestrigen Hitze war nichts mehr zu spüren und wir setzten uns im Windschattender Schiffsaufbauten, damit es nicht zu kalt wird. Die Uthlande machte einen Umweg über Föhr, wo fast die Hälfte der Passagiere das Schiff verließ.

Die Fähre
Die Fähre
Eine Möwe
Eine Möwe begleitet uns

Wir nutzten die Chance und setzten uns nun auf eine Bank an der Reling. Allerdings saßen wir hier nun im Wind und das war nun wirklich sehr kühl und unangenehm. Einen Pullover oder eine Jacke hatte ich unten im Wagen vergessen und so blieb mir nichts anderes übrig, als mit triefender Nase den starken Mann zu markieren. Nur im T-Shirt wurde es mir dann aber doch zu kalt, so dass wir kurz vor Wittdün doch noch unter Deck gingen. Wir schauten uns ein wenig um während ein Monitor unsere Position und den Kurs der Fähre anzeigte. Ich sammelte einige Prospekt ein, denn man weiß ja nie, ob man die Informationen noch einmal gebrauchen kann. Außerdem entdeckte ich ein Prospektfür eine "Amrum-Inselkarte" mit vielen 2-zu-1 Angeboten einiger Geschäfte und Restaurants auf der Insel. Wir überlegten hin und her und wägten ab und kauften doch don eine Karte für 14,90 Euro. Dabei erfuhren wir auch, dass es diese Inselkarte nur auf der Fähre zu kaufen gibt oder Alternativ auf Bestellung im Internet. Mal schauen ob wir den Kaufpreis wieder einsparen können...!

Jetzt mussten wir schnell runter zum Fahrzeugdeck, denn die Fähre erreichte Amrum. Es entsteht dann eine eigene Dynamik und sobald der Erste losgeht, folgen alle Anderen auch. Dabei ist es völlig egal, wie weit man noch vom Anleger entfernt ist und so ließen wir uns auch mitreissen.

Als Janina letzte Woche unsere Reise plante und buchte, suchte sie auch direkt nach einen Fahrradverleih, um einen Hundeanhänger zu mieten. Wir hatten zwar unsere eigenen Fahrräder dabei, aber nach dem wir jetzt nur noch mit Smilla unterwegs sind, wollten wir es mal mit einem Hundeanhänger versuchen. Was liegt da näher, als zuerst einen zu leihen und zu schauen ob es funktioniert, bevor wir uns einen kaufen? Es war aber gar nicht so einfach einen Verleiher zu finden, denn die meisten wollten ihn nur als Gespann zusammen mit einem Fahrrad verleihen. Aber Janina fand einen direkt in Wittdün am Fähranleger. Beim verlassen der Fähre entschieden wir uns dazu, nicht direkt beim Fahrradverleih am Hafen anzuhalten um den reservierten Anhänger direkt mitzunehmen, sondern fuhren ersteinmal direkt weiter zum Campingplatz. Brav folgten wir einem Wohnwagengespann und der hatte mit Sicherheit das gleiche Ziel wie wir: den einzigen Campingplatz auf Amrum! Im Gegensatz zu uns schien der Fahrer aber nicht zu wissen, wo dieser Platz ist. Er fuhr sehr zögerlich und bremste einige Male unerwartet einfach nur um sich zu orientieren.

Am Campingplatz gingen wir dann direkt zur Anmeldung und bekamen dort die Information, dass wir uns in der "B-Reihe" einen Platz aussuchen dürfen. Da es nicht viele freie Plätze gab, war sehr schnell eine Entscheidung für einen Platz getroffen. Von zwei Plätzen, die in unserer engeren Auswahl lagen, entschieden wir uns für B25 direkt hinter einer Hecke gelegen, von dem wir keine 50 Meter zum Waschhaus hatten. Das war nah aber doch so gelegen, dass nicht der ganze Campingplatz an uns vorbeilaufen musste um zum Sanitärgebäude zu kommen.

Da stehen wir
Da stehen wir

Nach dem Papierkram war auch der offizielle Teil der Anmeldung abgeschlossen und uns wurde nun die Schranke zum Platz geöffnet. Die Wege waren sehr eng und ich musste ganz schön rangieren und auch noch einmal komplett vor und zurück setzen, bis wir vernünftig standen.

Wir fingen gerade an uns einzurichten, als unser Nachbar um seinem Wagen herum kam und sich mit mir unterhielt. Kurz darauf kam auch ein Mitarbeiter vom Campingplatz, um unser Stromkabel anzuschließen, dabei war ich noch gar nicht dazu gekommen, das Kabel aus dem Staufach zu holen.

Später machten wir uns auf und fuhren mit unseren Fahrrädern zurück zum Hafen, um den Hundeanhänger abzuholen. Smilla lief das Stück neben uns her. In Wittdün gab es kein Fahrradweg und wir schoben die Räder durch den Ort. Viel gab es nicht zu sehen, denn die Geschäfte hatten am heutigen Sonntag geschlossen. Da merkte ich ersteinmal, wie ungewöhnlich ich das empfand. Vielleicht waren wir in den letzten Jahren zu viel im Ausland im Urlaub, wo die Geschäfte auch Sonntags völlig normal geöffnet haben, zumindest die Souvenirläden.

Am Fahrradverleih kam die nächste Überraschung. Hier wurden fast nur Fahrräder des gleichen Modells und Farbe wie meines verliehen. Ich sah mich schon vor meinem geistigen Auge mit dem Verleiher um mein Fahrrad kämpfen, weil er davon überzeugt ist, ich hätte es auch bei ihm geliehen...

Der Anhänger wurde direkt an Janinas Fahrrad montiert und natürlich kam direkt ein furchtbarer Regenschauer auf uns runter. Gestern war es noch so heiß und heute ist es direkt kühl und nass.

Unsere erste Fahrradtour mit Hundeanhänger und Hund "inside" ging direkt einen kleinen Weg am Hafen an der Wattenmeerseite entlang. Smilla fand das gar nicht lustig. So vorsichtig wir auch fuhren, als der Weg uneben wurde und der Anhänger rumpelte und schaukelte war es vorbei. Smilla kläffte in den höchsten Tönen und es gefiel ihr gar nicht. Zureden und in den richtigen Momenten mit Leckerli belohnen brachte gar nichts.

Es war aber nur eine kurze Fahrt keine zwei Kilometer und sie muss sich ersteinmal daran gewöhnen. Vielleicht wird es ja dann in den nächsten Tagen besser?!

Der Rest des Tages wurde schön gemütlich begangen, denn wir sind ja im Urlaub.

Sonnenuntergang
Sonnenuntergang
Sonnenuntergang über dem Campingplatz
Sonnenuntergang über dem Campingplatz

Unser Aufenthalt

Da wir hier nun 14 Tage an einem Stück gestanden haben, werde ich keinen täglichen Bericht schreiben. Es wird eine Zusammenfassung mit den wichtigsten und schönsten Erinnerungen, die es auch Wert sind erwähnt zu werden.

Für mich fing dieser Urlaub aber erst einmal gar nicht so schön an. Aus einem leichtem Kratzen im Hals wurde doch tatsächlich eine Erkältung. Mir lief die Nase und am Abend bekam ich auch noch Fieber. Das zog sich drei Tage hin, bevor es gaaannnnz langsam besser wurde. Dieses Phänomen soll sogar einen Namen haben:"Leisure sickness". Durch Anspannung und Belastung im beruflichen Alltag hält der Körper bis zur letzten Sekunde durch und sobald eine Entspannungsphase eintritt bekommt man die Erkältung, die man sich vorher aus reinem Verantwortungsbewusstsein nicht erlaubt hat. Zeit zum Schonen hatte ich in unserer ersten Wochen mehr als genug. Während in der Woche davor noch ein Hitzerekord nach dem anderen gemeldet wurde, waren wir in dieser Woche Regen und Stürmen ausgesetzt. Das Wohnmobil schaukelte dabei so stark, dass ich dachte ich sei auf einem Boot. Dabei waren wir in den Dünen noch einigermaßen vor diesen Windböen geschützt. Diese Umstände beschränkten aber erst einmal unseren Aktionsradius auf Amrum auf den kleinen Bereich um unser Wohnmobil und das Sanitärhaus. Mit besser werdenden Wetter wurden wir aber aktiver. Wir fuhren mit dem Fahrrad nach Norddorf, besuchten Nebel und Wittdün oder gingen einfach nur an den Strand.

Dünen
Dünen
Möwen sitzen auf einer Düne
Was gibt es denn da zu sehen?
Am Strand
Am Strand
Leuchtturm hinter den Dünen
Leuchtturm hinter den Dünen

Auf Höhe des Campingplatzes gibt es mehr als genug Strand. Hier ist nämlich der Kniepsand, eine Sandbank, die sich zwischen Dünen und Nordsee wie eine Wüste weit über einen Kilometer breit dahin zieht.

Unendliche Weiten - der Kniepsand
Unendliche Weiten - der Kniepsand

Wir machten ausgiebig von dem Inselticket gebrauch. In Norddorf kauften wir zwei Fischbrötchen zum Preis von einem, bzw. drei Fischbrötchen zum Preis zwei, weil ich es so lecker fand, dass ich mir direkt noch ein zweites Brötchen gekauft habe. Dabei machte ich die Erfahrung, dass mein zweites Brötchen mit zwei Matjeshälften frisch belegt wurde, während mein erstes Brötchen, dass ich mit dem Gutschein kaufte, nur mit einer Matjeshälfte frisch belegt wurde. Lustig war einige Tage später auch unser Kaffee und Kuchen-Ausflug zum Romantik-Hotel Hüttmann. Zwei Heißgetränke und Blechkuchen zum Preis von eins. Als ich die Rechnung bekam musste ich dann kurz schlucken über den Preis. Na ja, ich dachte mir schon, dass es etwas teurer sein könnte, aber damit hatte ich nicht gerechnet. Als wir dann aufstanden und gehen wollten kam direkt die nette Bedienung an, und bemerkte das er sich wohl vertan habe. Er hatte den Gutschein bei der Abrechnung nicht berechnet und den normalen Preis für beide Gedecke genommen. Wir bekamen die Hälfte wiederzurück gezahlt - ja, und dann war es wieder im normalen Preisgefüge. Puuh, Glück gehabt!

Empfehlenswert ist auch der Cafe-Garten beim Inselbäcker in Nebel. Sehr gemütlich und auch sehr lecker und ich glaube ich habe noch nie soviel Kuchen gegessen wie in den zwei Wochen auf Amrum. Wir strampelten es aber immer direkt auf unseren Fahrrädern wieder runter. Für unserem Hund hatten wir dazu einen Fahrradanhänger gemietet. Wir wollten mal schauen, wie unsere Hundedame darauf reagiert und außerdem wollten wir ihr ersparen, dass sie ständig nebenher rennen muss oder aber auf dem Campingplatz zurückbleiben muss. Was soll ich sagen: die ersten Kilometer hatte sie ganz schön gemeckert und wir mussten ihr zeigen, wer der Herr im Haus beziehungsweise auf dem Fahrrad ist. Es war aber auch nicht ganz fair. Fast alle Radwege sind nur befestigte Schotterwege und es rumpelte und schaukelte ganz schön. Das hätte mir als Hund bestimmt auch nicht gefallen. Aber jetzt ging es ums Prinzip und um die bezahlte Leihgebühr... . Wir machten reichlich Gebrauch von dem Anhänger und es wurde wirklich von Mal zu Mal besser. Wir zwangen sie nicht in den Hänger, denn es sollte ja durchaus eine positive Erfahrung für sie sein, aber mit Geduld und Leckerlis ließ sie sich überzeugen.

Die Rückfahrt

Morgens um 06:00 Uhr alarmierte uns die Weckfunktion des Smartphones, um uns an den frühen Fährtermin zu erinnern. Ablegen der Fähre um 07:15 Uhr. Ausgerechnet an unserem letzten Urlaubstag. Der Wecker war so laut eingestellt, dass wir befürchteten den halben Stellplatz mit geweckt zu haben. Schnelles waschen, kurz mit unserem Hündchen raus und die letzten losen Sachen verstauen und schon konnte es 45 Minuten später los gehen. Ein kurzer Blick in den Rückspiegel, ob das Kabel auch wirklich eingepackt wurde und schon fuhren wir in Richtung Wittdün. Das war von uns so minutiös geplant, dass wir genau rechtzeitig an der Fähre ankommen. Wir bedachten aber nicht das 125. Jubiläum von Wittdün und das dafür die Hauptstrasse gesperrt wurde. Wir mussten eine Umleitung durch verkehrsberuhigte Zonen fahren. Wir waren aber nicht die einzigen, wie die Autos vor uns bewiesen und wir schafften es trotzdem noch rechtzeitig. Und das alles ohne einen Kaffee. Wir mussten nicht lange warten, bis wir auf die Fähre durften und dann führte mich mein erster Weg direkt zum Bordrestaurant, wo ich mir meinen ersten Kaffee des Tages kaufte. Natürlich war ich mir über die Preisgestaltung auf einer Fähre bewusst, musste aber doch einmal kurz Schlucken, als ich 3,10 Euro bezahlen sollte. Mein Wunsch nach einem Kaffe war aber so groß, dass ich sogar bereit gewesen wäre, noch mehr zu bezahlen. Aufgrund der frühen Stunde war es ziemlich ruhig auf dem Schiff und einige dösten oder schliefen sogar. Nur beim Zwisschenstopp in Wyk auf Föhr wurde es mal kurz unruhiger.

Die Überfahrt dauerte ziemlich genau zwei Stunden wir erreichten pünktlich nach Fahrplan das Festland. Daran könnte die Deutsche Bahn sich mal ein Beispiel nehmen. Erst zwei Wochen vorher durfte ich meine Erfahrungen wieder bestätigen lassen.

Hier soolte unser erster Weg zum Bäcker führen, um Brötchen für ein Frühstück zu kaufen. Leider kann man vom Hafen aus nicht direkt in Dagebüll hinein Fahren. Wir mussten erst der kompletten Umgehungsstarsse folgen, um von der hinteren landseitigen Ortseinfahrt zum Bäcker zu kommen. Hier mussten Janina und ich aber warten, weil gerade keine frischen Brötchen verfügbar waren und erst wieder aufgebacken werden mussten. Die Zeit haben wir jetzt auch noch.

Für unser verspätetes Frühstück stellten wir uns auf einen kleinen Parklplatz am Deich. Endlich. Über vier Stunden nach unserem Aufstehen gab es endlich Frühstück. Gestärkt konnten wir uns anschließend auf die Heimfahrt machen. Auf der Hinfahrt vor zwei Wochen mussten wir ja schon das Baustellenchaos in Hamburg genießen und die Verkehrsnachrichten der letzten Tage bestätigten es immer wieder, so dass ich heute lieber gemütlich über Landstraßen bis zur Elbfähre Glücksstadt - Wischhafen fahren wollte um uns dann weiter über bis zur A31 durchzuschlagen. Bis zur Fähre lief es auch gar nicht so schlecht. Wo ich aber gar nicht mit gerechnet hatte ist der Andrang und verbunden damit eine Wartezeit von einer Stunde um auf die Fähre zu kommen. Ich hatte mir das mehr so wie bei den Fähren am Rhein vorgestellt und im Internet hieß es ja auch, dass die Fähren alle dreißig Minuten, und bei Bedarf sogar alle zwanzig Minuten fahren. Das taten sie ja auch, aber es waren einfach zu viele Fahrzeuge die mit wollten.

Warten auf die Fähre
Warten auf die Fähre
Überfahrt
Überfahrt

Damit hatten wir nun mit Sicherheit keinen Zeitgewinn gegenüber den Baustellen in Hamburg Stellingen und auf der A352. Als wir auf die Fähre fahren konnten wurden wir mit unserem Wohnmobil auf die mittlere Spur eingewiesen und erhielten so die absolute Poleposition. Jawohl. Ich könnte mir vorstellen, dass alle auf der Fähre, die das erkannten und somit befürchteten mussten, bald hinter einem Wohnmobil herschleichen zu müssen sich schon grün und blau ärgerten. In Niedersachsen fuhren wir von der Fähre runter und bereits nach einigen Kilometern konnte ich schon niemanden mehr in meinem Rückspiegel sehen. Wo sind die denn alle? Es waren schließlich an die fünfzig Fahrzeuge auf der Fähre, die können sich doch nicht alle in Luft aufgelöst haben. Sind wir vielleicht irgendwo falsch abgebogen?

Leider habe ich mich für die weitere Fahrt nicht weiter mit unserem Navi abgestimmt. Das Gerät war der Meinung, dass der kürzeste Weg nun zur A1 sei. Aus Ermangelung an analogen Strassenkarten verfolgte ich mein Ziel deswegen auch nicht weiter zur A31 zu fahren. An der Aufffahrt zur A1 machten wir an einem Autohof bei einem amerikanischen Schnellrestaurant Mittagspause. Hier mussten dann ewig warten, um unsere Bestellung aufgeben zu können, so voll war es hier. Aus organisatorischen Gründen wurde hier die Bestellung an der Kasse aufgegeben, man bekam eine Nummer und die Menüs wurden von zwei Mitarbeiterinnen anschließend zusammengestellt. Wir bekamen unser Essen - es dauerte nur fast eine halbe Stunde. Dann ging es endlich weiter. Diesmal auf der Autobahn. An Bremen und den blauen Gebäuden von Vitakraft vorbei und weiter. Hinter Bremen fing der Verkehr dann an zu stocken. Drei Spuren wurden auf zwei Spuren zusammen geführt und dann war auf der Überholspur noch ein kleiner Auffahrunfall, der noch nicht geräumt war. Die Verkehrsmeldungen kündigten dann auch noch weitere elf Kilometer Stau vor uns an, so dass wir uns dazu entschieden, quer durchs Emsland zur A31 zu fahren. Das Navi forderte uns ewig auf sofort zu wenden. Dann kommen noch Baustellen auf den Landstraßen dazu, die uns zwangen weiträumige Umleitungen zu folgen. Nach über zehn Stunden verlor ich allmählich die Lust. Als wir endlich auf der Autobahn waren gingen die letzten Kilometer viel flüssiger voran. Da es nun aber so spät war entschieden wir uns von alten Gewohnheiten abzuweichen und heute nicht mehr einen letzten Entsorgungsstopp beim Stellplatz einzulegen. Das wollten wir morgen machen, wenn ich ich von der Arbeit wieder zu Hause bin.

Wirklich froh waren wir dann, als wir endlich gegen 21:00 Uhr auf unser Einfahrt einparkten. Wir begrüßten unsere zurückgebliebenen Kinder, hatten viel zu erzählen und packten nur noch die wichtigsten Dinge aus dem Fahrzeug. Endlich zu Hause!

Zusammenfassung

Obwohl unsere ursprünglichen Planungen ganz anders aussahen, hatten wir einen sehr tollen und spontanen Urlaub. Ich glaube es ist nicht üblich, mit einem Wohnmobil zwei Wochen an einem Stück auf einem Campingplatz zu stehen. Trotzdem war es große Klasse und gerade deswegen war unser Urlaub auch richtig entspannend, weil wir nicht ständig weiterfahren brauchten. Einige kleine Fahrradtouren über die Insel war die einzige Mobilität, die wir uns leisteten.

Mit der "Inselcard", die wir uns auf der Fähre kauften, konnten wir durch die 2-für-1-Angebote einige Male günstig Essen gehen oder auch einkaufen. Diese Gutscheine wurden von allen teilnehmenden Betrieben anstandslos akzeptiert und hatte sich für uns wirklich gelohnt. Interessant war mein Erlebnis in Norddorf beim Kauf meines Fischbrötchens. Mit dem Gutschein kauften Janina und ich zwei Brötchen und bezahlten eins. Die Brötchen wurden frisch zubereitet und waren echt lecker, darum entschied ich mich dazu, mir noch eines zu kaufen. Welche Überraschung. Beim ersten Brötchen mit der Rabattkarte bekam ich nur eine Matjeshälfte und beim späteren Einzelkauf waren plötzlich zwei Fischhälften auf dem Brötchen. Beide waren lecker, aber es war doch ein kleines "Aha-Erlebnis". Bei den Kaffee- und Kuchenangeboten wurde aber bestimmt nicht gespart. Die Tassen waren immer voll und auch der Kuchen machte nicht den Eindruck, kleiner und sparsamer geschnitten zu sein. Der Campingplatz hat uns auch sehr gut gefallen. Das Personal war freundlich und ständig unterwegs mit irgendwelchen Arbeiten. Die Sanitär- gebäude sind wohl gerade renoviert und wurden mehrmals täglich gereinigt. Allerdings scheint es einen neuen Trend zu geben, dass man bei Toiletten auf die Klobrille verzichtet. Dieser Trend gefällt mir gar nicht. Im Campingplatz-Supermarkt gab es alles für eine Grundversorgung. Das war eine Runde Sache.